8,50% gamigo-Anleihe: Anorganische Effekte ermöglichen dynamisches Umsatz- und Ergebniswachstum - Anleiheanalyse


19.12.16 12:30
GBC AG

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Cosmin Filker und Felix Gode, Analysten der GBC AG, nehmen die Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1TNJY0 / WKN A1TNJY) der gamigo AG unter die Lupe.

Die gamigo group sei einer der führenden Onlinegame-Publisher in Europa und Nordamerika mit über 100 Millionen registrierten Nutzerkonten sowie ca. 300 Mitarbeitern in Hamburg, Berlin, Münster, Darmstadt (Deutschland), Chicago (USA) und Seoul (Korea). Zur Gruppe würden neben der gamigo AG u.a. Aeria Games, Infernum, Intenium, adspree und GameSpree gehören. Das Unternehmen sei als Publisher von Free-to-Play Mobile- und Online-Games tätig und biete im Rahmen der gamigo-Plattformstrategie auch modulare Software as a Service-Lösungen für den Geschäftskundenbereich an.

Über die gamigo-Plattform könnten Publisher und Entwickler aus aller Welt ihre Produkte effizient und kostengünstig veröffentlichen und vermarkten. Zum Kernportfolio des Unternehmens würden erfolgreiche Spieletitel wie "Aura Kingdom", "Desert Operations", "Die Ratten", "Dragon's Prophet", "Echo of Soul", "Fiesta Online", "Goal One", "Last Chaos", "Shaiya" und "Twin Saga" gehören. Bereits im Jahr 2000 habe gamigo das erste deutschsprachig lokalisierte MMOG veröffentlicht. gamigo strebe organisches Wachstum sowie Wachstum durch Übernahmen an und habe seit 2013 über 15 Akquisitionen getätigt, darunter Spiele- und Technologieunternehmen sowie einzelne Spieleassets.

In den vergangenen Geschäftsjahren habe die gamigo AG eine eindrucksvolle Wachstumsdynamik erreicht. Der maßgebliche Faktor hierfür sei die Umsetzung der anorganischen Wachstumsstrategie, im Zuge derer in den vergangenen Geschäftsjahren eine Reihe von etablierten Spieleanbietern, von Technologieunternehmen sowie neuer Spiellizenzen erworben worden sei. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Konsolidierungstendenzen am Markt für Onlinespiele sei damit der gamigo-Konzern in der Lage gewesen, seine Marktanteile auszubauen.

Besonders erwähnenswert sei die im Juli 2016 erfolgte Akquisition der Spieleaktivitäten von ProSiebenSat.1. Alleine durch diese Übernahme, welche im Rahmen einer Sachkapitalerhöhung in Höhe von 32,00 Mio. EUR erfolgt sei, habe sich der Bestand auf ca. 140 Mio. Spielekonten etwa verdoppelt. Die Gesellschaft weise eine ähnliche Umsatzgrößenordnung wie der gamigo-Konzern auf, bei einer allerdings noch negativen Ergebnissituation.

Ohne Einbezug der ProSiebenSat.1-Akquisition habe der gamigo-Konzern auch in den ersten sechs Monaten 2016 seinen Wachstumskurs fortgesetzt, mit einem Umsatzwachstum in Höhe von 59,3% auf 13,91 Mio. EUR (VJ: 8,73 Mio. EUR). Auf Basis des primär aus anorganischen Effekten stammenden Umsatzwachstums habe die Gesellschaft eine deutliche Verbesserung des EBITDA auf 2,48 Mio. EUR (VJ: 1,54 Mio. EUR) verzeichnet, wobei hier einmalige akquisitionsbedingte Kosten in Höhe von 0,88 Mio. EUR angefallen seien. Bereinigt um diese Sonderaufwendungen wäre der EBITDA-Anstieg noch stärker ausgefallen und die EBITDA-Marge hätte bei 24,2% gelegen. Ausgehend hiervon weise die gamigo AG beim EBITDA-Zinsdeckungsgrad einen für Anleiheinvestoren komfortablen Wert von 2,8 auf.

Unter Einbezug der im laufenden Geschäftsjahr erworbenen Aktivitäten von ProSiebenSat. 1 werde der gamigo-Konzern zum Geschäftsjahresende 2016 ein signifikant und nachhaltig verändertes GuV- und Bilanzbild aufweisen. Alleine die Zusammenführung dieser beiden Gesellschaften dürfte eine Verdoppelung der Umsätze nach sich ziehen. Da die anorganischen Effekte des erworbenen Spieleportfolios von ProSiebenSat.1 in 2016 halbjährig und in 2017 erstmals ganzjährig einbezogen seien, rechne man mit einem erheblichen Umsatzwachstum auf 43,35 Mio. EUR (2016) sowie auf 65,90 Mio. EUR (2017).

Sukzessive sollten zudem Skaleneffekte im Zuge der Zusammenführung der technischen und personellen Infrastruktur zum Tragen kommen. Zunächst rechnen die Analysten der GBC AG aber mit Sonderaufwendungen, weswegen sie für 2016 von einer leichten EBITDA-Reduktion auf 4,00 Mio. EUR ausgehen. Erst im kommenden Geschäftsjahr würden sie einen deutlichen EBITDA-Anstieg auf 14,57 Mio. EUR erwarten.

Auf dieser Basis erwarten die Analysten der GBC AG, nach dem leichten Rückgang in 2016, eine weitere Verbesserung der Bonitätskennzahlen, hier insbesondere der Zinsdeckungsgrade. Die Sachkapitalerhöhung im Zuge der ProSiebenSat.1-Akquisiton werde jedoch einen deutlichen Anstieg des Eigenkapitals und, trotz der ausgeweiteten Bilanzsumme, der EK-Quote auf 47,1% (31.12.2015: 28,3%) nach sich ziehen.

Die gamigo-Anleihe notiere derzeit bei einem Kurs von 101,0% und damit leicht über pari. Während der Anleihelaufzeit sei die Gesellschaft sämtlichen Zinsverpflichtungen nachgekommen und habe zudem alle Transparenzpflichten eingehalten. Eine Rückzahlung der Anleihe aus dem operativen Cashflow sei ein nachvollziehbares Szenario.

Die Unternehmensanleihe der gamigo AG sei mit einem Kupon von 8,50% p.a. ausgestattet und laufe bis zum 19.06.2018. Die Zinszahlung erfolge vierteljährlich. (19.12.2016/alc/a/a)

Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

Die diesem Artikel zugrundeliegende Finanzanalyse / Studie zu dieser Gesellschaft ist im Auftrag dieser Gesellschaft oder einer dieser Gesellschaft nahe stehenden Person oder Unternehmens erstellt worden.