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Ausgeprägtere Risikoaversion führt zu keiner weiteren Einengung der Spreads in der südlichen Eurozone


29.06.20 11:45
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Der ungebrochene Aufwärtstrend der Infektionszahlen in einigen Bundesstaaten des Südens und Westens der USA veranlasst diese, geplante Lockerungen zu pausieren, oder wie in Florida, Kalifornien und Texas Eindämmungsmaßnahmen sogar wieder einzuführen (Schließung von Bars), so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG.

Regionale Unterschiede gemäß der Infektionsverläufe würden sich auch in der Konsumentenstimmung (Universität Michigan) widerspiegeln, welche im Juni im Nordosten der USA kräftig habe zulegen können, während diese im Süden stagniert habe. Dies trübe den weiteren Verlauf der Erholung im privaten Konsum. Dennoch hätten im Mai private Konsumausgaben deutlich zulegen können (8,1% p.m. real), wozu auch Fiskaltransfers ihren Beitrag geleistet hätten. Das Konsumniveau langlebiger sowie kurzlebiger Güter habe das Vorkrisen-Konsumniveau bereits fast wieder erreichen können, während der Konsum von Dienstleistungen noch deutlich darunter liege. Heute stehe die Veröffentlichung der Stimmungsindikatoren der EU-Kommission für den Monat Juni im Fokus. Getrieben durch die Lockerung der Restriktionen sollten diese eine deutliche Verbesserung der Geschäftsstimmung signalisieren, insbesondere im Dienstleistungssektor.

An den Finanzmärkten dominiere die Unsicherheit darüber wie stark der neuerliche Anstieg der Infektionszahlen die wirtschaftliche Erholung belaste. In diesem Umfeld würden Renditen sicherer Häfen, wie US-Treasuries und Bunds, gedämpft bleiben und auch EUR/USD habe sich zuletzt wieder stärker an 1,12 orientiert. Die ausgeprägtere Risikoaversion habe zu keiner weiteren Einengung der Spreads in der südlichen Eurozone geführt.

Am Primärmarkt würden heute Frankreich (EUR 7,6 Mrd.) und Deutschland (EUR 4 Mrd.) mit Kurzläufern aktiv. (29.06.2020/alc/a/a)