gamigo-Unternehmensanleihe mit positiver Kursentwicklung - Anleiheanalyse


07.11.16 12:51
GBC AG

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Laut Analysten der GBC AG ist die 8,5%-Unternehmensanleihe (ISIN DE000A1TNJY0 / WKN A1TNJY) der gamigo AG eine attraktive Investmentmöglichkeit für professionelle Investoren.

Seit 2014 befinde sich der Kurs der 8,5%-Unternehmensanleihe der gamigo AG in einem soliden Aufwärtstrend. Im Mai 2016 habe die Anleihe erstmalig den Ausgabe- und Rückzahlungskurs von 100% nach einer zwischenzeitlichen Kursschwäche erreicht und notiere seitdem stets über pari.

Hintergrund dessen sei die positive operative Entwicklung der gamigo AG, die in der Lage gewesen sei, seine Wachstums- und Optimierungsstrategie eindrucksvoll umzusetzen und damit insgesamt das Anlagerisiko deutlich zu reduzieren. Die gamigo AG fungiere dabei als Anbieter einer hochskalierbaren Spieleplattform, mit dem Fokus auf den wachstumsstarken Bereich Onlinespiele. Im originären Geschäft sei die Gesellschaft als Publisher von Onlinespielen tätig, mit dem Schwerpunkt auf so genannte Free-to-Play-Spiele (frei bespielbar, jedoch ermöglichen kostenpflichtige "In-Game-Käufe" ein individuelles Spielerlebnis und einen schnelleren Fortschritt). Im stark fragmentierten Markt sei die gamigo AG dabei in der Lage gewesen, ein breites Spieleportfolio (mehr als 25 MMO-Spiele; 500 Casual Spiele) und eine umfangreiche Kundenbasis von mehr als 140.000 Kunden aufzubauen.

Die umfangreiche Spieleplattform werde im Rahmen des neuen Geschäftsbereiches Plattform-Services auch an externe Publisher und Entwickler als Software as a Service angeboten. Im Rahmen des B2B-Geschäftes könnten die gamigo-Kunden die technologische Infrastruktur sowie die gamigo-Kundenbasis nutzen. Mit einem im Geschäftsjahr 2015 erreichten Umsatzanteil in Höhe von 35,8% (7,8 Mio. Euro) sei dieser seit 2014 aufgebaute Geschäftsbereich schnell zu einem wichtigen Umsatzträger avanciert.

Sowohl das B2C als auch das B2B-Geschäft werden insbesondere von der regen Akquisitionsaktivität der vergangenen Geschäftsjahre profitieren. Alleine in den letzten 18 Berichtsmonaten (01.01.2015 bis 30.06.2016) habe die gamigo AG insgesamt sechs neue Konzerngesellschaften sowie die weltweiten Lizenzrechte für das im Portfolio wichtigste Spiel Fiesta Online erworben. Insbesondere infolge des anorganischen Wachstums seien die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2015 deutlich um 43,3% auf 21,6 Mio. Euro (2014: 15,1 Mio. Euro) geklettert. Aufgrund von Basiseffekten werden die jüngst veröffentlichten Halbjahreszahlen 2016 einen Umsatzanstieg in Höhe von 59,3% auf 13,9 Mio. Euro (1.HJ 15: 8,7 Mio. Euro) und damit sogar eine Beschleunigung der Wachstumsdynamik zeigen.

Analog zur ausgeweiteten Umsatzbasis weise die gamigo AG eine insgesamt verbesserte Ergebnissituation aus. Im ersten Halbjahr 2016 habe das EBITDA mit 2,5 Mio. Euro um 61,1% über dem Vorjahreswert von 1,5 Mio. Euro gelegen. Das EBIT habe sich zwar auch auf -0,4 Mio. Euro (1.HJ 15: -0,5 Mio. Euro) verbessert, es habe jedoch noch im negativen Bereich gelegen. Hier seien insbesondere einmalige akquisitionsbedingte Aufwendungen in Höhe von 0,9 Mio. Euro zu erwähnen. Bereinigt um diese Faktoren hätte die gamigo AG ein positives EBIT in Höhe von 0,5 Mio. Euro erreicht. Ein Teil dieser Aufwendungen lasse sich auf den, nach dem Bilanzstichtag 30.06.2016 wirksam gewordenen, Erwerb der Elbspree media Holding GmbH (vormals: ProSiebenSat.1 Games GmbH), dem bisher größten Unternehmenserwerb der gamigo AG, zurückführen.

Die Akquisition der Elbspree, die auch 100% der Anteile an der Aeria Games GmbH halte, sei im Rahmen einer gemischten Sachkapitalerhöhung zu einem Kaufpreis in Höhe von 36,5 Mio. Euro (Barzahlung: 4,5 Mio. Euro) erfolgt. Bei der renommierten Aeria Games GmbH handle es sich wie bei der gamigo AG um einen führenden Publisher von Multiplayer-Online-Games mit mehr als 70 Mio. registrierten Spielern. Gemäß Unternehmensangaben dürfte diese Akquisition zu einer erheblichen Veränderung beim Bilanz- und Ertragsbild führen. Insgesamt dürfte das jährliche Umsatzniveau auf ca. 70 Mio. Euro deutlich zulegen, bei einer EBITDA-Marge (nach Akquisitionskosten) oberhalb von 20%. Hier enthalten seien mögliche Synergieeffekte in den Bereichen Spieleportfolio, PlattformTechnologie sowie der Reichweite von Vertriebskanälen und Partnernetzwerken.

Vor dem Hintergrund der profitablen Geschäftsausweitung sollte die gamigo AG gut in der Lage sein, ihren Anleiheverpflichtungen nachzukommen. In 2017 könnte der EBITDA-Zinsdeckungsgrad sogar auf über 5 ansteigen, was für die Anleiheinvestoren einem hohen Risikopuffer gleichkomme. Ausgehend vom aktuellen Kursniveau weise die gamigo-Anleihe einen Effektivzins von 7,4% auf.

Die gamigo-Anleihe ist auch vor dem Hintergrund des aktuellen Zinsumfelds eine attraktive Investmentmöglichkeit für professionelle Investoren, so die Analysten der GBC AG. (07.11.2016/alc/a/a)