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Emerging Markets: US-Renditeanstieg belastet Schwellenländeranleihen


17.03.21 10:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Februar lasteten steigende US-Renditen zusammen mit idiosynkratischen Risiken auf den Anleihen aus den Schwellenländern, so die Experten von Union Investment.

Gemessen am JP Morgan EMBI Global Diversified-Index habe der in US-Dollar und Euro denominierte Gesamtmarkt 2,6 Prozent verloren. Die Risikoaufschläge gegenüber US-Staatsanleihen hätten sich zudem um sechs auf 358 Basispunkte leicht erhöht. Der im August 2020 begonnene Trend zu höheren US-Renditen habe sich im Februar mit hoher Dynamik fortgesetzt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die Ende Januar noch bei 1,07 Prozent gelegen habe, sei zum Monatsende kurzzeitig auf mehr als 1,6 Prozent geklettert.

Als belastend hätten sich vor allem die Pläne für ein weiteres umfangreiches Konjunkturpaket der Biden-Regierung in Höhe von bis zu 1,9 Billionen US-Dollar erwiesen. Marktteilnehmer seien in Sorge geraten, ob die Maßnahmen nicht zu umfangreich seien und inflationäre Effekte nach sich ziehen könnten. Im Sommer könnte eine große Nachfrage auf eine dann noch eingeschränkte Produktion treffen. Darüber hinaus steige mit dem geplanten Stimulus auch die Staatsverschuldung weiter an, was ebenfalls für höhere Renditen gesorgt habe. Anleihen aus den Schwellenländern hätten sich diesen Vorgaben nicht entziehen können.

Die Anlageklasse EM-Anleihen habe im Februar dennoch Mittelzuflüsse verbucht, auch wenn diese geringer als im Vormonat ausgefallen seien. In Summe habe das Marktsegment einen aggregierten Zufluss in Höhe von 8,3 Milliarden US-Dollar verzeichnet. Das Geschehen am Primärmarkt sei zunächst rund um das chinesische Neujahresfest ruhig gewesen.

Im weiteren Monatsverlauf habe aber dann die Platzierungsaktivität der Emittenten wieder angezogen. Die Neuemissionen seien am Markt insgesamt gut aufgenommen worden. Währungsseitig hätten gegen den Euro vor allem der Chilenische Peso (+2,3 Prozent), der Russische Rubel (+1,0 Prozent) und der Südafrikanische Rand (+0,7 Prozent) aufwerten können, während der Philippinische (-1,4 Prozent), Mexikanische (-1,6 Prozent) und Argentinische Peso (-3,0 Prozent) die größten Verlierer gewesen seien. (Ausgabe vom 12.03.2021) (17.03.2021/alc/a/a)