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Inflation, Zinsen, Kursblase: Die alten Schlüsselreize funktionieren noch


02.03.21 13:30
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Schlagworte wie Inflation, Zinssteigerung und Kursblasen haben eine Korrektur an den Märkten ausgelöst, so Rainer Weyrauch, Mitglied des Managementgremiums für die Vermögensverwaltungen und Leiter der Niederlassung Köln der Fürst Fugger Privatbank Aktiengesellschaft.

Wie beruhigend, dass noch nicht alle alten Börsenregeln umgeschrieben worden seien. Und die Korrektur sei auch durchaus gesund gewesen. Zu den Fakten:

Inflation: Ja, es könne in den nächsten Monaten übergangsweise zu einer basiseffektbedingten Inflation im Euroland und den USA kommen. Bis um die 3,0% seien hier möglich. Zum Vergleich: Die nicht erreichte Trauminflation der Notenbanken liege bei 2,0%. Die Gründe: Die Volumina der Hilfsprogramme würden die nicht ausgelasteten Kapazitäten übersteigen, insbesondere in den USA. Die Rohstoffpreise kämen von sehr niedrigen Niveaus der Vorjahre und würden nun kräftig anziehen. Aber all das seien Einmaleffekte und keine dauerhaften Faktoren. Eine Lohn-Preis-Spirale wie in den 80ern sei daher weit entfernt. Die aktuellen Signale aus den Lohnverhandlungen sprächen hierzu übrigens eine klare Sprache. Auch die beschleunigte Digitalisierung werde in den kommenden Jahren eher für einen Ausgleich sorgen. Wahrscheinlicher sei, dass, wie seit vielen Jahren, die deflationäre Tendenz wieder die Überhand gewinne.

Zinsen: Die oben genannten Effekte und die hohen Schuldenberge hätten tatsächlich die Zinsen von Staatsanleihen ansteigen lassen. Für zehnjährige US-Staatsanleihen gebe es aktuell wieder knapp 1,50% und für Bundesanleihen -0,28%. "Hohe Zinsen" seien das jedoch noch längst nicht. Die Notenbanken (vor allem die EZB) würden erst einmal abwarten, bis der erste Schwung einer Bewegung vorbei sei. Das habe sich als wirkungsvoller erwiesen als direkt einzugreifen. Aber natürlich würden die Zentralbanken wissen, dass sich kein Staat mehr dauerhaft hohe Zinsen leisten könne. Und so seien von ihnen auch schon deutliche Signale gekommen, bald wieder aktiv zu werden. Wir erinnern uns: "Whatever it takes", so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Kursblase: Die Aktienmärkte seien den Bewertungen etwas enteilt. Daher sei die letzte Korrektur nur gesund gewesen. In China sehen wir jedoch gerade was kommt, wenn die Talsohle durchschritten ist: 8,1% Wachstum, volle Kapazitätsauslastung, keine freien Transportkapazitäten, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank. Wenn Europa endlich flächendeckend impfe (das könne noch etwas dauern), würden die Nachholeffekte auch hier mit aller Macht kommen. In den USA würden sie sich bereits zeigen. Durch die Konjunkturprogramme stehen wir dann vor einem weltweiten Wirtschaftsboom, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank. Gemeinsam mit der hohen Liquidität werde er auch die Aktienkurse wieder treiben.

Fazit: Weiter positiv gestimmt bleiben und ein gut austariertes Portfolio auch in Korrekturen bestehen lassen. Wer in der Korrektur übereilt verkaufe, schaue den Kursen meist von unten hinterher. (02.03.2021/alc/a/a)