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Die Notenbanken wissen, was steigende Zinsen für hochverschuldete Staaten bedeuten


10.03.21 09:15
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Derzeit geben die Märkte ein uneinheitliches Bild ab - jedenfalls auf den ersten Blick, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Der DAX erreiche in zwei Wochen zweimal ein neues Allzeithoch - und doch möge keine wirkliche Partystimmung aufkommen. Zwischen den beiden Hochs hätten sich Turbulenzen und reichlich Volatilität gezeigt.

Christoph Mertens, Mitglied des Managementgremiums des FFPB Dividenden Select der Fürst Fugger Privatbank: "An den Märkten kommen gerade viele Faktoren zusammen, die widersprüchlich erscheinen. Gute Fundamentaldaten treffen auf die Angst vor einer aufkeimenden Inflation." Bezeichnend für diese Uneinheitlichkeit sei für ihn beispielsweise, dass in den USA sowohl die Anzahl der Aktien auf einem 52-Wochen-Hoch als auch diejenigen auf einem 52-Wochen-Tief jeweils historisch hoch sei. Hinzu komme, dass sich die Selbstläufer der vergangenen Monate schwertun würden. Pandemiegewinner wie Zoom oder Peloton würden schwächeln - und nicht nur die: Die NASDAQ gebe nach und ziehe Tech-Riesen wie Apple und Amazon mit nach unten.

Christoph Mertens rate dazu, jetzt die Ruhe zu bewahren. "Bei den Tech-Titeln dürfte der Boden bald erreicht sein", so Mertens. "Langfristig gesehen sind sie für uns weiterhin ein Kauf, denn ihre fundamentale Situation ist weiterhin gut und die Unternehmen stehen ausgezeichnet da." Stichwort Fundamentaldaten: Hier sehe er positive Indikatoren, sowohl seitens der Unternehmen, als auch seitens des US-Arbeitsmarkts.

Bleibe die Angst vor Inflation und, damit einhergehend, hohen Zinsen. Gerade in den USA hätten die Renditen 10-jähriger Anleihen zuletzt angezogen. Dennoch halte Mertens die Angst vor hohen Zinsen für unbegründet: "Die Notenbanken wissen, was steigende Zinsen für hochverschuldete Staaten bedeuten. Sie werden daher eine "richtige" Inflation mit hohen Zinsen nicht zulassen." Vielmehr würden sich sehr genau ansehen, was zu tun sei, und dann auch eingreifen. Dann würde sich für Mertens auch diese Unentschlossenheit der Märkte auflösen. Er meine aber auch: "Der März dürfte unruhig bleiben." Dazu gehöre für ihn die eine oder andere Überraschung an den Märkten, sowohl in einzelnen Sektoren, als auch in ganzen Indices. Für Christoph Mertens sei dies jedoch eine vorübergehende Phase: "Historisch gesehen ist der April der stärkste Monat des Jahres im S&P und Dow Jones. Diese historischen Muster funktionieren dieses Jahr so gut wie zuletzt 2019. Und das war ein außergewöhnlich gutes Börsenjahr." (10.03.2021/alc/a/a)