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Rentenmärkte weltweit: Hohe Kursverluste bei Staatsanleihen


16.03.21 10:45
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - US-Schatzanweisungen standen im Februar unter Abgabedruck, so die Experten von Union Investment.

Der im August begonnene Trend zu höheren Renditen habe sich im Februar mit hoher Dynamik fortgesetzt. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die Ende Januar noch bei 1,07 Prozent gelegen habe, sei zum Monatsende kurzzeitig auf mehr als 1,6 Prozent geklettert. Als belastend hätten sich vor allem die Pläne für ein weiteres umfangreiches Konjunkturpaket der Biden-Regierung in Höhe von bis zu 1,9 Billionen US-Dollar erwiesen.

Marktteilnehmer seien in Sorge geraten, ob die Maßnahmen nicht zu umfangreich seien. Im Sommer könnte eine große Nachfrage auf eine dann noch eingeschränkte Produktion treffen. Analysten hätten darüber gestritten, ob und in welcher Höhe mit dem starken Wirtschaftswachstum ein Anstieg der Inflationsraten einhergehen könnte. Darüber hinaus steige mit dem geplanten Stimulus auch die Staatsverschuldung weiter an, was ebenfalls für höhere Renditen gesorgt habe. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index hätten US-Staatsanleihen im Januar 2,3 Prozent an Wert verloren.

Der Euro-Rentenmarkt habe sich diesen Vorgaben nicht entziehen können. Auch die Rendite von Bundesanleihen habe deutlich angezogen. Dies verschlechtere, wenn auch nur sehr langsam, die Finanzierungsbedingungen für Unternehmen, was die Notenbanker auf den Plan gerufen habe. EZB-Chefin Lagarde und weitere Gremiums-Mitglieder hätten noch einmal die Handlungsbereitschaft der Währungshüter betont. Die Worte hätten jedoch weitgehend ungehört verhallt. In Italien sei der Regierungswechsel lange ein Thema gewesen. Mit dem ehemaligen EZB-Chef Mario Draghi habe ein wirtschaftlich wie politisch in Europa bestens vernetzter Technokrat und Verfechter der Währungsgemeinschaft gefunden werden können. Gemessen am iBoxx Euro Sovereigns-Index hätten Euro-Staatsanleihen 1,9 Prozent eingebüßt.

Europäische Unternehmensanleihen hätten sich den steigenden Renditen nicht entziehen können, den negativen Effekt jedoch durch rückläufige Renditeaufschläge abgemildert und auf Indexebene (ICE BofA Euro-Corp.-Index, ER00) ein Minus von 0,8 Prozent verzeichnet. Steigende US-Renditen hätten auch auf Anleihen aus den Schwellenländern (J.P. Morgan EMBI Global Div. Index) gelastet, die im Februar 2,6 Prozent verloren hätten. (Ausgabe vom 12.03.2021) (16.03.2021/alc/a/a)