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Schwellenländeranleihen beenden freundlich das Jahr 2020


15.01.21 08:50
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Im Dezember setzte sich an den Rentenmärkten der Schwellenländer die Erholungsbewegung fort, so die Experten von Union Investment.

In einem insgesamt für Risikoanlagen sehr freundlichen Marktumfeld habe der JP Morgan EMBI Global Diversified-Index ein Plus in Höhe von 1,9 Prozent verbuchen können. Die Risikoaufschläge hätten sich auf Indexebene weiterhin rückläufig entwickelt. Zum Monatsende habe der Spread gegenüber US-Staatsanleihen bei rund 350 Basispunkten notiert. Damit hätten sich die Risikoprämien seit dem Krisenhöchststand im März (720 Basispunkte) mehr als halbiert. Vor allem hätten Hochzinsanleihen im Dezember rückläufige Risikoaufschläge verbuchen können. Die Anlageklasse habe neben dem global freundlichen Kapitalmarktumfeld erneut von Mittelzuflüssen profitiert. Dabei habe das Marktsegment im Dezember einen aggregierten Zufluss in Höhe von 4,9 Milliarden US-Dollar verzeichnet.

Unsicherheitsfaktoren wie der Brexit hätten sich nicht nachhaltig auf das Marktgeschehen ausgewirkt. Idiosynkratische Risiken wie beispielsweise die Sanktionen der USA gegenüber der Türkei hätten ebenfalls eine untergeordnete Rolle gespielt. Als unterstützend habe sich jedoch ein weiterhin schwacher US-Dollar und die Einigung der OPEC erwiesen. Die Mitglieder des Ölverbunds hätten nach tagelangen Unstimmigkeiten im Dezember eine Einigung erzielen können. Daraufhin seien die Preise für ein Ölfass der Nordsee-Sorte Brent sowie für ein Ölfass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) deutlich angestiegen. Am Primärmarkt sei die Aktivität saisonal bedingt rückläufig gewesen.

Insgesamt sei 2020 trotz der pandemischen Sondersituation ein positives Jahr für die mit Risiko behafteten Anleihesegmente gewesen. Auf einen der schärfsten Einbrüche in der Geschichte der Kapitalmärkte sei ab Ende März eine der stärksten Erholungen gefolgt. Getragen worden sei diese von der Suche der Investoren nach Rendite, den zahlreichen geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen und dem Ausblick auf einen Aufschwung im Jahr 2021. EM-Hartwährungsanleihen hätten im Jahresverlauf auf Indexebene 5,3 Prozent hinzugewonnen. Die Risikoprämien hätten sich im Jahresverlauf per saldo um rund 50 auf 350 Basispunkte ausgeweitet. (Ausgabe vom 11.01.2021) (15.01.2021/alc/a/a)