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Unternehmensanleihen: Renditeanstieg belastet, Risikoprämien aber rückläufig


17.03.21 09:15
Union Investment

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Renditeanstieg an den Staatsanleihemärkten nahm im Februar an Fahrt auf und wurde zuletzt nicht nur von den Nominal-, sondern auch von den Realrenditen getrieben, so die Experten von Union Investment.

Die Inflation im Euroraum sei im Januar, vor allem durch Sondereffekte, deutlich angestiegen. Die Renditeentwicklung langlaufender Bundesanleihen sei der US-Zinsstrukturkurve gefolgt. Dort sei es über die langen Laufzeiten zu einer deutlichen Versteilerung gekommen, während das kurze Ende durch die lockere Geldpolitik weiterhin fest verankert geblieben sei. Euro-Staatsanleihen (iBoxx - Sovereigns-Index) hätten 1,9 Prozent abgegeben. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sei um 26 Basispunkte auf minus 0,26 Prozent angestiegen.

Der durch Inflationsbefürchtungen ausgelöste Renditeanstieg an den Staatsanleihemärkten habe auch die Unternehmenspapiere belastet. Euro-Unternehmensanleihen mit Rating Investment Grade (ICE BofA Euro Corporate-Index, ER00) hätten ab Mitte Februar etwas schwächer tendiert und letztlich um 0,8 Prozent nachgegeben. Die Abwärtsentwicklung habe etwas abgefangen werden können, da sich die Risikoprämien des ER00 um drei auf 65 Basispunkte eingeengt hätten. Sonst wäre der Gesamtverlust noch etwas höher ausgefallen. Die Neuemissionstätigkeit sei leicht rückläufig gewesen, es seien aber regelmäßig neue Papiere emittiert worden, die für die Anleger relativ teuer gepreist worden seien.

Mit Blick auf die Untersektoren hätten Nachrangpapiere (ICE BofA EBSU- und ENSU-Index) zunächst freundlich tendiert, seien zum Monatsende hin aber ebenfalls leicht ins Minus gelaufen (jeweils 0,4 Prozent). Die Spreadeinengung habe dort ebenso höhere Verluste vermeiden können. Bei den hochverzinslichen Papieren (High Yield) habe sich deren geringe Zinssensitivität bemerkbar gemacht. Der ICE BofA HEAG-Index sei, auch von der Spreadentwicklung begünstigt (minus 22 auf 278 Basispunkte), mit plus 0,4 Prozent aus dem Handelsmonat gegangen.

Die starke Zinsbewegung bei den amerikanischen Treasuries habe sich auch deutlich am US-Unternehmensanleihemarkt widergespiegelt. Der ICE BofA US-Large Cap Corporate-Index habe in US-Dollar gerechnet zwei Prozent verloren. Auch dort habe der Spreadrückgang um acht Basispunkte die zinsbedingten Verluste etwas abfangen können. (Ausgabe vom 12.03.2021) (17.03.2021/alc/a/a)