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Rentenmarkt: Temporäre Irritationen und viele marktrelevante Daten - vor allem aus den USA!


10.05.21 15:34
Nord LB

Hannover (www.anleihencheck.de) - Unsicherheiten gibt es immer wieder - das war eine der Erkenntnisse der letzten Tage, so Tobias Basse und Bernd Krampen von der NORD/LB.

Trotz nun zügig verlaufender Impfkampagnen beiderseits des Atlantiks und Ärmelkanals kämen immer wieder Fragen auf, ob die Coronakrise bereits so überstanden sei, wie es die Finanzmärkte derzeit schon einpreisen würden. Zudem sehe es in anderen Regionen der Welt noch sehr kritisch aus! Der bemerkenswert ausgefallene US-Arbeitsmarktbericht habe ebenfalls für Irritationen gesorgt. Hinzu komme, dass auch ein Positivszenario nicht ganz unwahrscheinlich sei und seine Tücken habe: Eine durch die extrem expansive Fiskal- und Geldpolitik gepushte überschäumende Konjunktur könnte die Inflation so stark entfachen, dass die Zinsen zunächst weiter ansteigen müssten, aufgrund eines dann aber wieder deutlich rückläufigen Konjunkturverlaufs eigentlich wieder fallen sollten. Wenn zudem eine ehemalige Notenbankchefin und aktuelle Finanzministerin wie Janet Yellen Äußerungen über die Zinsaussichten macht, die missverstanden werden (können), dann sind Kursturbulenzen wie im Verlauf der letzten Tage die Folge, so die Analysten der NORD/LB.

Letztlich seien die Irritationen diesmal aber nur temporärer Art gewesen. Ob dies auch für die Preisentwicklung gelte, bleibe abzuwarten - zunächst werde die Inflation in den USA jedenfalls massiv ansteigen. Das sei aber schon lange absehbar gewesen. Für den Berichtsmonat April würden die Analysten der NORD/LB für die stark zu beachtende Bekanntgabe der Konsumentenpreise am Mittwoch einen Anstieg um 3,6% Y/Y erwarten. Im Monat Mai könnte es dann bis sogar fast 4% Y/Y gehen, anschließend sollten die Jahresraten dann aber bis zum Jahresende wieder in Richtung 3% fallen.

Neben den Preisdaten (Produzenten- und die Importpreise am Donnerstag und Freitag) stünden auch die US-Einzelhandelsdaten und die US-Industrieproduktion im Fokus. Nach dem durch den fiskalpolitischen Impuls ausgelösten massiven Anstieg im März von fast 10%% M/M würden die Analysten der NORD/LB mit einem Plus von 0,7% M/M rechnen, was gar nicht so schlecht wäre. Dem Anstieg der US-Industrieproduktion von 1,4% M/M im März sollte ein weiterer um 1,2% M/M gefolgt sein. Es gehe also weiter aufwärts mit der US-Konjunktur - und zunächst auch noch mit der US-Inflation. Dass sich die Situation auch in Deutschland bessere, würden die Umfrageergebnisse des ZEW am Dienstag bestätigen: Sowohl die Konjunkturerwartungen (auf 72,2 Punkte) als auch die Lagebeurteilung (auf -45 Punkte) dürften anstiegen. (Ausgabe 19 vom 10.05.2021) (10.05.2021/alc/a/a)