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US-Steuerdiskussion und US-Infrastrukturpaket dürften Märkte beschäftigen


10.05.21 14:30
Berenberg

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Während sich bei Aktien auf Indexebene wenig getan hat, gab es unter der Oberfläche viel Bewegung, so Dr. Bernd Meyer, Chefstratege Wealth and Asset Management bei Berenberg, in der aktuellen Ausgabe von "Berenberg Märkte-Monitor".

Hätten sich Wachstumstitel im April stark erholen können, hätten insbesondere hochbewertete IT-Titel zuletzt kräftig nachgegeben. Starke Konjunkturdaten, Inflationssorgen und vermehrt Diskussionen über ein Tapering der Zentralbanken hätten den Reflations-Trade wiederbelebt. Energie-Unternehmen und Grundstoffe hätten zu den relativen Gewinnern gehört. Aktienregionen, die davon profitiert hätten, seien Lateinamerika, Osteuropa und Großbritannien gewesen. Aber auch defensive Sektoren wie Telekommunikation und Basiskonsumgüter hätten zugelegt. In unseren Augen dürfte die Style-Volatilität über die nächsten Wochen erhöht bleiben, so Dr. Bernd Meyer weiter.

Der Markt reagiere kurzfristig nach wie vor stark auf Andeutungen über Änderungen in der FED-Politik. Als US-Finanzministerin Yellen letzte Woche die Möglichkeit steigender Zinsen nur ausgesprochen habe, habe der NASDAQ kräftig nachgegeben. Wenig später habe sie zurückgerudert. Der NASDAQ habe sich erholt. Das Thema bleibe brisant für die Märkte.

Die Q1-Berichtssaison in den USA gehe in den nächsten Wochen zu Ende. Es hätten bereits über 80% der S&P 500-Unternehmen berichtet und im Durchschnitt hätten sowohl die Gewinne als auch die Umsätze positiv überrascht. Ähnliches gelte für den STOXX Europe 600 in Europa.

Auf politischer und geldpolitscher Ebene dürfte die US-Steuerdiskussion, das US-Infrastrukturpaket und die zunehmende Lockerung in Europa bei den Corona-Beschränkungen die Märkte beschäftigen. Diesen Dienstag stünden die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland und die Industrieproduktionsdaten (Mrz.) für Italien an. Am Mittwoch würden das 1Q-BIP-Wachstum und die Industrieproduktionsdaten (Mrz.) von Großbritannien sowie die Verbraucherpreisdaten (Apr.) für die USA folgen. In den USA würden am Freitag die Einzelhandelsumsätze (Apr.), die Industrieproduktionsdaten (Apr.) sowie das Verbrauchervertrauen (Uni Michigan, Apr.) veröffentlicht. Nächste Woche würden die vorläufigen Markit-Einkaufsmanagerindices aus Europa und den USA für Mai folgen. (10.05.2021/alc/a/a)