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17.03.21 11:45
Unruhe im Rentenmarkt
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Der Rentenmarkt ist in Bewegung, so Andrea Greisel, Asset Managerin der Fürst Fugger Privatbank.

Im Januar habe es zahlreiche Neuemissionen gegeben, insbesondere viele mit langen Laufzeiten. Selbst die Kaufprogramme der EZB hätten hier nicht mehr ausgereicht, um die neuen Papiere aufzunehmen. Durch den Konjunkturoptimismus und die dadurch gestiegenen Renditen hätten nicht nur die Neuemissionen massiv an Wert verloren. Eine österreichische Staatsanleihe mit 100-jähriger Laufzeit habe sogar seit Dezember 40% ihres Kurswertes verloren. "In den vergangenen Wochen gab es immer wieder Signale für ein Ansteigen der Inflation, bedingt durch nie dagewesene staatliche Konjunkturpakete und den geldpolitischen Stimulus der Zentralbanken. Dies hat besonders den Kursen von langen Anleihen geschadet", so Andrea Greisel.

Tatsächlich seien beispielsweise die USA wieder auf Wachstumskurs und schon seien dort die Wachstumsprognosen erhöht worden: Der Bloomberg-Konsens liege bei 5,5%, einige US-Investmentbanken würden die amerikanische Wirtschaft sogar um 6,9% wachsen sehen. "In den USA laufen die Inflationserwartungen der konjunkturellen Erholung voraus. Und die US-Notenbank hat in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass sie einen Anstieg der Inflation auch über ihre Zielmarke von 2% akzeptieren würde", meine Andrea Greisel.

Damit kämen vom Markt derzeit uneinheitliche Signale. Die Sorge vor Inflation sei nicht unbegründet, ebenso wie die entgegengesetzte Meinung, dass sich eigentlich kein Staat Inflation (und damit höhere Zinsen) leisten könne. "Der Markt befindet sich noch in einer Findungsphase", meine Andrea Greisel. "Kurzfristig wird es am Rentenmarkt auf jeden Fall volatil bleiben."

Dabei sei für sie klar, dass Anleihen nach wie vor ein fester Bestandteil in einem defensiven bzw. ausgewogenen Depot sein sollten: "In den Vermögensverwaltungsdepots defensiver Anleger liegen etwa 60% Rentenpapiere. Es ist also ganz entscheidend, wie man mit der Volatilität am Rentenmarkt umgeht."

Dabei seien für sie vor allem drei Dinge wichtig: "Wir achten auf mittelfristige Laufzeiten mit guter Bonität, außerdem auf inflationsgeschützte Anleihen und darüber hinaus auf Rentenfonds, die Long- und Short-Positionen eingehen können. Gerade in Zeiten wie diesen ist eine aktive Steuerung unabdingbar." So aufgestellt ließen sich weiterhin auch mit Renteninvestments langfristiges Kapitalwachstum erzielen. (17.03.2021/alc/a/a)



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