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Analysen - Allgemein
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31.03.21 08:45
Wandelanleihen als Kompromiss in volatilen Märkten
Fürst Fugger Privatbank

Augsburg (www.anleihencheck.de) - Das anhaltende Niedrigzinsumfeld hat für Investoren die Suche nach Rendite nicht einfacher gemacht, so die Analysten der Fürst Fugger Privatbank.

Aktien versprächen zwar Rendite, seien jedoch mit gewissen Risiken behaftet, die sich in den volatilen Märkten der letzten Wochen teils spürbar ausgewirkt hätten. Anleger müssten also auch Rückschläge verkraften können.

Für Norbert Frey, Leiter Fondsmanagement der Fürst Fugger Privatbank, würden Wandelanleihen einen guten Kompromiss zwischen risikoarmen (festverzinslichen) Investments und risikoreicheren (Aktien-)Anlagen darstellen: "Wandelanleihen erlauben es dem Anleger, an steigenden Aktienmärkten zu partizipieren. Als Anleihen bieten sie gleichzeitig einen gewissen Schutz nach unten, sollten die Märkte nachgeben."

Wandelanleihen (engl. "Convertibles") würden zu den sogenannten hybriden Produkten gehören. Sie würden Unternehmensanleihen mit einem Umtauschrecht in Aktien kombinieren. "Technisch gesehen erwirbt der Käufer einer Wandelanleihe eine Unternehmensanleihe mit fester Laufzeit, fester Rückzahlung und festem Kupon", erkläre Frey. "Gleichzeitig steht ihm das Recht zu, die Anleihe in einem bestimmten Verhältnis in Aktien umzuwandeln." Mit anderen Worten sei eine Wandelanleihe eine Kombination aus einer Unternehmensanleihe und einer eingebundenen "amerikanischen" (Long) Call-Option auf die Aktie, so Norbert Frey: "Wandelanleihen sind eine defensive Art, in Aktien zu investieren."

Mit einem Volumen von global knapp 500 Mrd. USD stelle der Markt für Wandelanleihen nur eine Nische des riesigen Rentenmarkts dar. Das Anlageuniversum sei jedoch groß genug, um in effiziente und wohldiversifizierte Portfolios investieren zu können. Und dafür sehe Norbert Frey gute Gründe, denn Wandelanleihen würden für ihn mit einem großen Prozentanteil am steigenden Aktienmarkt profitieren, während sie wesentlich geringer von fallenden Kursen betroffen seien: "Durch die Kombination von Aktien und Renten in einem Produkt sind Wandelanleihen praktisch mit einer automatischen Asset Allocation- und Risikosteuerung ausgestattet."

Und doch rate Frey Anlegern, ein "Aber" zu beachten: "Wandelanleihen sind eine wenig standardisierte und auf den ersten Blick auch wenig transparente Assetklasse. Anleger sollten daher weniger in einzelne Convertibles investieren, sondern eher zu aktiv gemanagten Fonds greifen." (31.03.2021/alc/a/a)


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